Die SARS-CoV-2-Pandemie hat klinische Routinen in Krankenhäusern global aus dem Gleichgewicht gebracht. Um Patienten in Krankenhäusern möglichst vor einer Ansteckung mit dem SARS-CoV-2 Erreger zu schützen und freie Behandlungskapazitäten auf Intensivstationen zu schaffen, wurde weltweit eine Vielzahl an elektiven Eingriffen in Krankenhäusern abgesagt beziehungsweise verschoben. Die Folge verschobener oder abgesagter elektiver Eingriffe ist für das Patientenwohl bisher noch unklar.

Über die nächsten Wochen und Monaten werden die Krankenhäuser langsam ihr chirurgisches Arbeitspensum erhöhen und zunehmend wieder elektive Eingriffe durchführen. Um allerdings die aggregierten Fälle einer zwölfwöchigen Einschränkung des Operationsprogramms zusätzlich zum tagesaktuellen Programm zu behandeln, müsste über 45 Wochen eine Mehrbelastung von 20% zusätzlichen Eingriffen getragen werden.

Eine signifikante Problematik die sich daraus ergibt ist inwieweit und in welchem Ausmaß sich die alltäglichen Arbeitsbedingungen und Lebensrealitäten der chirurgisch und anästhetisch tätigen Ärztinnen und Ärzte und bei Medizinstudierenden im Praktischen Jahr durch die neuen Herausforderungen im Rahmen bzw. Nachlauf der SARS-CoV-2 Pandemie verändern werden. Eine Abschätzung von den Folgen ist essenziell, um adäquat reagieren zu können und mögliche Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung zu erfassen.